Vorträge von Stephan Grigat am Mittwoch 6.7.

Am Mittwoch, den 6.7. finden gleich zwei Vortrag von Stephan Grigat in Dresden statt. Der erste wird von uns selbst im Rahmen einer aktuellen Ringvorlesung zum Thema der Globalisierung und ihrer Kritik an der TU Dresden stattfinden, unter dem Titel Ressentiments gegen Spekulanten & Hass auf Israel – das antiemanzipatorische Programm der Antiglobalisierungsbewegung, um 16.40 Uhr im Hörsaalzentrum, Raum E-05.

Am selben Abend gibt es dann noch einen Vortrag im Rahmen des Offenen Antifa Treffs im AZ Conni: Das iranische Regime, der arabische Aufbruch & die Bedrohung Israels

In dem Vortrag sollen Charakteristika der iranischen Diktatur aus Ajatollahs und Pasdaran skizziert und die Bedrohungssituation für Israel dargestellt werden. Die deutsche und europäische Unterstützung für das Regime in Teheran wird ebenso beleuchtet wie die globale Bündnispolitik von Ahmadinejad und Khamenei. Zudem soll die Bedeutung der aktuellen Entwicklungen in den arabischen Ländern für die Sicherheit Israels einerseits und für die Expansionsbestrebungen des iranischen Regimes andererseits diskutiert werden.

20 Uhr im AZ Conni.

Antifa-Camp 2011 im Ruhrgebiet [Druckluft | Oberhausen] - 03.08. - 07.08.2011

Patzelt spricht bei Cheruscia

Prof. Werner Patzelt, Inhaber des „Lehrstuhls für Politische Systeme und Systemvergleich“ an der TU Dresden ist wieder einmal (zum dritten) der Einladung der Burschenschaft Cheruscia gefolgt, und hat für sie am 26.5. einen Vortrag in ihrem Haus in der Eisenstuckstraße gehalten, diesmal zur Frage „Wie viel Platz ist zwischen CDU und NPD?“.
Patzelt, der sich auch sonst in Vorlesungen nicht für eine rassistische oder sexistische Äußerung zu schade ist, glänzte mit einem konfusen Mix aus Extremismustheorie und Geschichtsrevisionismus. So heißt es z.b. in einem ausführlicheren Bericht des Referats Politische Bildung über die Veranstaltung:
»Dass Deutschland den Nationalsozialismus „durchgemacht“ (O-Ton Patzelt) habe, führte eben dazu, dass nicht mit der selben Selbstverständlichkeit wie in anderen Ländern „rechte“ Parteien von Bedeutung existieren. Gleichzeitig bemängelte er aber den fehlenden Nationalstolz der geläuterten Nation.«
Bevor noch mehr solche Eskapaden durchgemacht werden müssen, appelieren wir: Patzelt, geh in‘n Vorruhestand!

Audio-Mitschnitte der Ringvorlesung

Die Mitschnitte der Vorträge von Justin Monday und Gerhard Scheit sind online und können von den Seiten des Stura angehört und runtergeladen werden:

Justin Monday: „Der Liberalismus des Autoritären Staates“ vom 20. April 2011

Gerhard Scheit: „Gaddafi und der Weltsouverän“ vom 25. Mai 2011



Ringvorlesung SoSe 2011: Globalisierungskritik & Kritik an ihr

Im Sommersemester 2011 findet wieder die Ringvorlesung der politischen Hochschulgruppen statt – diesmal unter dem Titel „Lokal, global – mir doch egal? Auseinandersetzungen mit Globalisierung und Globalisierungskritik.“

Wir werden wieder zwei Veranstaltungen dazu beisteuern, die erste am 20.4. von Justin Monday aus Hamburg zum Zusammenhang von Globalisierung und Liberalismus des autoritären Staates:

Bevor im Herbst 2008 der krisenbedingte Kollaps der Finanzmärkte drohte, glaubten große Teile der Linken, es mit einem über weite Strecken deregulierten, neoliberalen und vor allem grenzenlosen „Turbokapitalismus“ zu tun zu haben. Noch heute wird – mit der herrschenden Meinung – mangelnde Kontrolle der Zirkulation als Ursache der Krise behauptet. „Das Casino schließen!“ fordert attac.

Dabei gibt allein die Geschwindigkeit, mit der Phantasien vom Staat als omnipotentem Retter aus der Not des Kapitals aktiviert werden konnten, Aufschluss darüber, dass die Verhältnisse auch zuvor nicht von dessen Abwesenheit geprägt waren. Noch keine 100 Jahre existiert die politische Souveränität der bürgerlichen Gesellschaft in einer Form, die die Ordnung der Gesellschaft einschließt. Die neoliberale Theorie ist das Resultat der Anpassung des Liberalismus an den Autoritären Staat. Wer eine um diesen Aspekt gekürzte neoliberale Theorie zum zentralen politischen Gegner erklärt, verrät, dass die eigene Kritik weniger eine reformistische Beschränkung der Kapitalkritik ist als eine Reaktivierung antiliberaler Affekte.

JustIn Monday ist Publizist aus Hamburg, der u.a. für die Phase2 schreibt. Zuletzt erschien von ihm „Eine innere Angelegenheit. Über den Staat als unreflektierte Voraussetzung ökonomischer Rationalität im 20. Jahrhundert und seine Rolle in der neoliberalen Theorie“ in Exit! 7/2010.

Die zweite Veranstaltung kommt von Stephan Grigat, der am 6.7. mit besonderem Augenmerk auf Ressentiments gegen Spekulanten & Hass auf Israel, das antiemanzipatorische Programm der Antiglobalisierungsbewegung beleuchten wird.

Die Antiglobalisierungsbewegung übt in ihren maßgeblichen Ausprägungen keine Kritik, sondern verleiht ihren Ressentiments gegenüber dem mystifizierten Verwertungsprozess des Kapitals Ausdruck und bringt den Staat als Hüter des Allgemeinwohls gegen die als verwerflich wahrgenommenen Machenschaften der „Spekulanten“, „Bonzen“ und „Heuschrecken“ in Anschlag. Die Ökonomie wird in eine konkretistisch verklärte produktive und eine moralisch zu attackierende spekulative aufgespalten, während sich in der Staatenwelt der Hass der diversen Richtungen der globalisierungskritischen Bewegung wenig überraschend gegen Israel richtet, gegen das man zusehends auf die Kooperation mit islamischen Djihadisten setzt.

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter für Politikwissenschaft an der Universität Wien, Autor von Fetisch und Freiheit. Über die Rezeption der Marxschen Fetischkritik, die Emanzipation von Staat und Kapital und die Kritik des Antisemitismus (ça ira 2007), Herausgeber u.a. von Feindaufklärung und Reeducation. Kritische Theorie gegen Postnazismus und Islamismus (ça ira 2006) und Mitherausgeber u.a. von Iran im Weltsystem. Bündnisse des Regimes und Perspektiven der Freiheitsbewegung (Studienverlag 2010).

Einen besonderen Hinweis wert ist auch ein Vortrag von Gerhard Scheit am 25.5., der über seine Untersuchung des Wahns vom Weltsouverän referieren wird. In seiner 2009 bei ça ira erschienen Studie leistete er eine ausführliche Kritik am Völkerrecht, das nicht wirkliches Recht ist, sondern nur aus Konventionen besteht, da es mit Hobbes und Hegel gesprochen keinen Weltsouverän gibt und nicht geben kann. Er verteidigt stattdessen den westlichen Begriff von Souveränität, hinter den der Wahn beständig zurückfällt, aber leistet dennoch mit ihm die Kritik an den Verhältnissen, die Staat und Souverän erst nötig machen. Mit besonderer Berücksichtigung der aktuellen Ereignisse in Libyen wird er nun auch in seinem Vortrag im Mai die scheinbare Verrechtlichung der internationalen Beziehungen beleuchten.

Die Ringvorlesung findet immer mittwochs, 16.40 Uhr im HSZ-E05 statt.
Weitere Informationen finden sich demnächst auch auf den Seiten des Referats für Politische Bildung. Weitere Infos zu Scheit und Grigat gibt es beim Cafe Critique.



Ringvorlesung Sommersemester 2011

Veranstaltungsreihe zum 13. Februar

Das Referat Politische Bildung veranstaltet im Vorfeld des 13. Februar eine kleine Veranstaltungsreihe mit Vorträgen. Diese finden jeweils mittwochs um 17 Uhr im HSZ-E03 statt.

Beginnen wird am 19.1. das Antifa Recherche Team Dresden (ART) mit einem Vortrag über die Bedeutung des 13. Februar aus der Perspektive der Nazis, woraufhin im Anschluss noch jemand von Dresden Nazifrei die Mobilmachung der Massen zur Blockade des Nazi-Aufmarsches vorantreiben wird.

Am 26.1. wird ein Vertreter des Kulturbüro Sachsen über Sinn und (wahrscheinlich mehr noch) Unsinn der Extremismustheorie, die inflationäre Verwendung des Extremismusbegriffs und dessen Funktion zur Diskreditierung unliebsamer Positionen und Immunisierung der Gesellschaft gegen Kritik referieren.

Flyer zur kleinen Veranstaltungsreihe