ahsg_dd http://ahsgdd.blogsport.de Tue, 17 Apr 2012 18:26:01 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Ringvorlesung „Demokratie und Gewalt“ http://ahsgdd.blogsport.de/2012/04/17/ringvorlesung-demokratie-und-gewalt/ http://ahsgdd.blogsport.de/2012/04/17/ringvorlesung-demokratie-und-gewalt/#comments Tue, 17 Apr 2012 18:21:52 +0000 ahsg.dd Allgemein http://ahsgdd.blogsport.de/2012/04/17/ringvorlesung-demokratie-und-gewalt/ Im Rahmen der im aktuellen Sommersemester stattfindenen Rinvorlesung der vernetzten politischen Hochschulgruppen unter dem Thema „Demokratie und Gewalt“ richtet die AHSG wieder zwei Veranstaltungen aus. Die erste wird am 27. Juni 2012 von Manfred Dahlmann unter dem Titel »Johannes Agnoli und der Begriff der Form« gehalten:
Die entscheidende Differenz zwischen Marx und den Marxisten ist darin zu sehen, dass letztere unter Materialismus eine Praxis verstehen, der es vor allem anderen um Inhalte zu gehen habe – ungeachtet der Tatsache, dass im Marxschen Kapital nahezu auf jeder Seite ausschließlich von Formen die Rede ist: also von Geldform, Äquivalentform, Wertform, Lohnform u. v. a. m.
Johannes Agnoli war einer der wenigen ‚Marxisten’, die darauf bestanden, dass die praktischen Implikationen derartiger Formen ins Bewußtsein zu heben seien. Besonders in seiner Lehrtätigkeit legte er dar, dass nur ein Materialismusbegriff, der den Blick auf die Logiken konzentriert, in denen in dieser Gesellschaft Politik betrieben wird: also in den Formen von Staat, Recht und Geld, wirklich kritisch sein kann. Natürlich, auch ihm ging es um Inhalte, doch begriffen werden können diese erst, wenn zuvor erkannt worden ist, in welcher Weise sie die Form Kapital konstituieren. Materialistische Kritik kann deshalb, anders als jeder Arbeiterbewegungsmarxismus meint, nur heißen, eine jede Praxis zu denunzieren, dank der das Kapital einen jeden Inhalt, also gerade auch den oppositionell ‚gemeinten’, gesellschaftlich für sich institutionalisiert.

Eine Woche später, am 4. Juli 2012 wird Stephan Grigat zum Thema »Postnazistische Demokratie – Die Verwaltung der Resultate des Nationalsozialismus durch den „Rechtsnachfolger des Dritten Reiches“« referieren:

Recht erscheint nicht mehr als Gewalt, obwohl jedes Recht nur durch unmittelbar anwesende oder im Hintergrund schlummernde Gewalt wirksam wird. Wenn die Entstehungsgeschichte des Staates im Prozess der Staatsbildung verschwindet, erscheint der Staat als naturhaft und wird zum Fetisch. Das Gewaltmonopol des Staates befähigt ihn zur Ausübung seiner Macht, die zugleich dafür sorgt, dass dieses Monopol als naturgegeben akzeptiert wird. Der Staat praktiziert Ausübung von Gewalt und deren Verschleierung in einem. Doch Staat ist nicht gleich Staat. Was heißt Staatsgewalt in einem Land, in dem die schlimmste jemals entfesselte Gewalt nie ernsthaft geahndet wurde und offener Judenhass in sekundären Antisemitismus sowie das Ressentiment gegen Israel transformiert wurde? Und was bedeutet es für die Verallgemeinerung des Postnazismus, wenn in den Nachfolgegesellschaften des Nationalsozialismus die Gewaltsamkeit der eigenen Staatswesen abgespalten und auf den „Juden unter den Staaten“, Israel, projeziert wird, von dem knapp 70 Prozent der Deutschen in völliger Geschichtsverdrehung des Nahen Ostens meinen, es führe einen „Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser“?


Informationen zur gesamten Ringvorlesung unter folgendem Link:

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2012 – Neues (und) Altes in der Hauptstadtprovinz http://ahsgdd.blogsport.de/2012/01/24/2012-neues-und-altes-in-der-hauptstadtprovinz/ http://ahsgdd.blogsport.de/2012/01/24/2012-neues-und-altes-in-der-hauptstadtprovinz/#comments Tue, 24 Jan 2012 18:26:28 +0000 ahsg.dd Allgemein http://ahsgdd.blogsport.de/2012/01/24/2012-neues-und-altes-in-der-hauptstadtprovinz/ Mit dem neuen Jahr steht wieder mal auch ein neues altes Ritual an, das uns aus dem Winterschlaf weckt: das alljährliche Rumgeopfere von Bürger_innen und Nazis anlässlich des 13. Februars, wenngleich sich immerhin abzeichnet, dass es diesen Februar wohl nur einen Nazi-Aufmarsch geben wird, nämlich den vom „Aktionsbündnis gegen das Vergessen“ organisierten Aufmarsch am 13. Februar – der Großaufmarsch, der bisher (fast) jedes Jahr von der JLO organisiert wurde, wird wahrscheinlich dieses Jahr aus verschiedenen Gründen, die sich hier nachlesen lassen, ausfallen. Das ist schön! Und noch schöner ist, dass es am 18. Februar auch wieder mal eine Antifa-Demo in Dresden geben wird: gegen die sächsische Demokratie und das Extremismus-Konstrukt und andere Unannehmlichkeiten hiesiger Provenienz. Als ein aktuelles Beispiel sei nur der ebenso rumopfernde Innenminister Ulbig genannt, der auf das nicht mehr wegzuleugnende Nazi-Problem zwar auch keine Antworten weiß und daher mal sein Volk fragt, aber sich immerhin sicher ist, dass Antifaschismus nicht die richtige Antwort sei. Aha! Das bestätigt nur: In Sachsen stinkt Deutschland definitiv am scheußlichsten – und das wird am 18.2. zum Thema gemacht!

Trotz alledem oder vielleicht auch gerade deswegen findet am Wochenende des 28./29. Januar ein Kongress zu Zivilem Ungehorsam statt, der v.a. durch seine internationale Perspektive verspricht sehr interessant zu werden – es wird Veranstaltungen zu der Arabischen Revolte geben, aber auch zu den Bedingungen heutigen Protests im Allgemeinen.

Zum Thema Protest: An der TU prozessiert weiterhin der Stillstand, zur Zeit jedoch eher mal wieder in Form von Rückschritten die Lehre betreffend, sowie Versuchen des „Widerstandes“, die dagegen geübt werden, darunter sogar eine Rektoratsbesetzung, womit für Dresdner Verhältnisse eine ungeahnte Dimension erreicht wird. Ändern wird sich aber vermutlich eh nichts, zumindest nichts signifikant wichtiges.
Die „Occupy“-Bewegung übrigens nervt jetzt verstärkt auch in Dresden und immer mehr auch außerhalb der Uni, am 15.1. gab es sogar eine zweite Demo. Die Verhältnisse erzittern!

Abschließend bleibt zu bemerken, dass die in der Dresdner linken/autonomen Szene dringend anstehende Gewaltdiskussion weiterhin verschleppt wird und dass wir die Streitschrift des blogs contre la gravitation unterstützen – und an dieser Stelle weisen wir noch auf die politische Ringvorlesung des nächsten Semesters unter dem Titel „Demokratie und Gewalt“ hin, bei der es auch einen Vortrag zur Kritik der Politischen Gewalt (hoffentlich) geben wird. Dazu werden sich in den nächsten Monaten die entsprechenden Hinweise hier und auf befreundeten Internetseiten finden…

so weit – so durchwachsen.
antifaschismus bleibt auf alle fälle wichtig! also: keep your eyes open!
¡venceremos!


Keine Versöhnung mit Deutschland!

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Veranstaltungsreihe zu Israelkritik und Antizionismus http://ahsgdd.blogsport.de/2011/10/21/veranstaltungsreihe-zu-israelkritik-und-antizionismus/ http://ahsgdd.blogsport.de/2011/10/21/veranstaltungsreihe-zu-israelkritik-und-antizionismus/#comments Fri, 21 Oct 2011 17:39:24 +0000 ahsg.dd Allgemein http://ahsgdd.blogsport.de/2011/10/21/veranstaltungsreihe-zu-israelkritik-und-antizionismus/ Das Referat Politische Bildung veranstaltet nächste Woche eine Reihe von Vorträgen zum Antizionismus und dessen Name hierfür in Antisemiten-Kreisen: Israelkritik, die ja wohl noch erlaubt sein wird, wie es immer wieder heißt, wenn entsprechendes Klientel ihr Ressentiment gegen die Juden und den Hass auf deren Staat zu verpacken versucht. Speziell mit Blick auf die aktuelle Situation, die von den Entwicklungen des „arabischen Frühlings“ sowie der UN-Initative des Palästinenser-Präsidenten Abbas geprägt ist, werden Alex Feuerherdt und Thomas von der Osten-Sacken in ihren Vorträgen diesen Phänomenen nachgehen. Außerdem wird Claude Lanzmanns Film Warum Israel? gezeigt.
Die Veranstaltungen finden jeweils Dienstag bis Donnerstag, 25. bis 27.10. um 18.30 Uhr im Hörsaalzentrum der TU Dresden, Raum HSZ-201 statt.

Mehr Infos dazu hier…

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Mitschnitt Vortrag Stephan Grigat „Ressentiments gegen Spekulanten – Hass auf Israel“ vom 6. Juli 2011 http://ahsgdd.blogsport.de/2011/07/15/mitschnitt-vortrag-stephan-grigat-ressentiments-gegen-spekulanten-hass-auf-israel-vom-6-juli-2011/ http://ahsgdd.blogsport.de/2011/07/15/mitschnitt-vortrag-stephan-grigat-ressentiments-gegen-spekulanten-hass-auf-israel-vom-6-juli-2011/#comments Fri, 15 Jul 2011 10:05:05 +0000 ahsg.dd Allgemein http://ahsgdd.blogsport.de/2011/07/15/mitschnitt-vortrag-stephan-grigat-ressentiments-gegen-spekulanten-hass-auf-israel-vom-6-juli-2011/ Den im Rahmen der Ringvorlesung der politischen Hochschulgruppen gehaltenen Vortrag gibt es hier zum anhören und runterladen: Vortrag Stephan Grigat: Ressentiments gegen Spekulanten – Hass auf Israel. Das antiemanzipatorische Programm der Antiglobalisierungsbewegung

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Beisheim-Saal: schließlich doch noch ein Einsehen http://ahsgdd.blogsport.de/2011/07/01/beisheim-saal-schliesslich-doch-noch-ein-einsehen/ http://ahsgdd.blogsport.de/2011/07/01/beisheim-saal-schliesslich-doch-noch-ein-einsehen/#comments Fri, 01 Jul 2011 22:40:31 +0000 ahsg.dd Allgemein http://ahsgdd.blogsport.de/2011/07/01/beisheim-saal-schliesslich-doch-noch-ein-einsehen/ Vor einigen Tagen wurden die beiden Plaketten, die den Festsaal der Fakultät Wirtschaftswissenschaften 17 Jahre lang als Otto-Beisheim-Saal auswiesen, offiziell, aber ohne großes Aufsehen entfernt. Das lange Kapitel eines unsäglichen Zeichens für fragwürdigen Umgang mit Geschichte findet damit (hoffentlich) ein Ende. Eine ausführliche Stellungnahme dazu findet sich auf der Stura-Homepage. Es bleibt aber weiterhin auf eine Aberkennung der Ehrendoktorwürde von Otto Beisheim zu warten und zu drängen.
Mehr Infos zur Geschichte Otto Beisheims und des nach ihm benannten Saales in unserer Sektion Beisheim-Kampagne.

Juni/Juli 2010

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Vorträge von Stephan Grigat am Mittwoch 6.7. http://ahsgdd.blogsport.de/2011/06/29/vortraege-von-stephan-grigat-am-mittwoch-6-7/ http://ahsgdd.blogsport.de/2011/06/29/vortraege-von-stephan-grigat-am-mittwoch-6-7/#comments Wed, 29 Jun 2011 13:12:39 +0000 ahsg.dd Allgemein http://ahsgdd.blogsport.de/2011/06/29/vortraege-von-stephan-grigat-am-mittwoch-6-7/ Am Mittwoch, den 6.7. finden gleich zwei Vortrag von Stephan Grigat in Dresden statt. Der erste wird von uns selbst im Rahmen einer aktuellen Ringvorlesung zum Thema der Globalisierung und ihrer Kritik an der TU Dresden stattfinden, unter dem Titel Ressentiments gegen Spekulanten & Hass auf Israel – das antiemanzipatorische Programm der Antiglobalisierungsbewegung, um 16.40 Uhr im Hörsaalzentrum, Raum E-05.

Am selben Abend gibt es dann noch einen Vortrag im Rahmen des Offenen Antifa Treffs im AZ Conni: Das iranische Regime, der arabische Aufbruch & die Bedrohung Israels

In dem Vortrag sollen Charakteristika der iranischen Diktatur aus Ajatollahs und Pasdaran skizziert und die Bedrohungssituation für Israel dargestellt werden. Die deutsche und europäische Unterstützung für das Regime in Teheran wird ebenso beleuchtet wie die globale Bündnispolitik von Ahmadinejad und Khamenei. Zudem soll die Bedeutung der aktuellen Entwicklungen in den arabischen Ländern für die Sicherheit Israels einerseits und für die Expansionsbestrebungen des iranischen Regimes andererseits diskutiert werden.

20 Uhr im AZ Conni.

Antifa-Camp 2011 im Ruhrgebiet [Druckluft | Oberhausen] - 03.08. - 07.08.2011

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Patzelt spricht bei Cheruscia http://ahsgdd.blogsport.de/2011/06/08/patzelt-spricht-bei-cheruscia/ http://ahsgdd.blogsport.de/2011/06/08/patzelt-spricht-bei-cheruscia/#comments Wed, 08 Jun 2011 19:46:23 +0000 ahsg.dd Allgemein http://ahsgdd.blogsport.de/2011/06/08/patzelt-spricht-bei-cheruscia/ Prof. Werner Patzelt, Inhaber des „Lehrstuhls für Politische Systeme und Systemvergleich“ an der TU Dresden ist wieder einmal (zum dritten) der Einladung der Burschenschaft Cheruscia gefolgt, und hat für sie am 26.5. einen Vortrag in ihrem Haus in der Eisenstuckstraße gehalten, diesmal zur Frage „Wie viel Platz ist zwischen CDU und NPD?“.
Patzelt, der sich auch sonst in Vorlesungen nicht für eine rassistische oder sexistische Äußerung zu schade ist, glänzte mit einem konfusen Mix aus Extremismustheorie und Geschichtsrevisionismus. So heißt es z.b. in einem ausführlicheren Bericht des Referats Politische Bildung über die Veranstaltung:
»Dass Deutschland den Nationalsozialismus „durchgemacht“ (O-Ton Patzelt) habe, führte eben dazu, dass nicht mit der selben Selbstverständlichkeit wie in anderen Ländern „rechte“ Parteien von Bedeutung existieren. Gleichzeitig bemängelte er aber den fehlenden Nationalstolz der geläuterten Nation.«
Bevor noch mehr solche Eskapaden durchgemacht werden müssen, appelieren wir: Patzelt, geh in‘n Vorruhestand!

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Audio-Mitschnitte der Ringvorlesung http://ahsgdd.blogsport.de/2011/05/29/audio-mitschnitte-der-ringvorlesung/ http://ahsgdd.blogsport.de/2011/05/29/audio-mitschnitte-der-ringvorlesung/#comments Sun, 29 May 2011 22:58:31 +0000 ahsg.dd Allgemein http://ahsgdd.blogsport.de/2011/05/29/audio-mitschnitte-der-ringvorlesung/ Die Mitschnitte der Vorträge von Justin Monday und Gerhard Scheit sind online und können von den Seiten des Stura angehört und runtergeladen werden:

Justin Monday: „Der Liberalismus des Autoritären Staates“ vom 20. April 2011

Gerhard Scheit: „Gaddafi und der Weltsouverän“ vom 25. Mai 2011



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Ringvorlesung SoSe 2011: Globalisierungskritik & Kritik an ihr http://ahsgdd.blogsport.de/2011/03/20/ringvorlesung-sose-2011-globalisierungskritik-kritik-an-ihr/ http://ahsgdd.blogsport.de/2011/03/20/ringvorlesung-sose-2011-globalisierungskritik-kritik-an-ihr/#comments Sun, 20 Mar 2011 20:32:25 +0000 ahsg.dd Allgemein http://ahsgdd.blogsport.de/2011/03/20/ringvorlesung-sose-2011-globalisierungskritik-kritik-an-ihr/ Im Sommersemester 2011 findet wieder die Ringvorlesung der politischen Hochschulgruppen statt – diesmal unter dem Titel „Lokal, global – mir doch egal? Auseinandersetzungen mit Globalisierung und Globalisierungskritik.“

Wir werden wieder zwei Veranstaltungen dazu beisteuern, die erste am 20.4. von Justin Monday aus Hamburg zum Zusammenhang von Globalisierung und Liberalismus des autoritären Staates:

Bevor im Herbst 2008 der krisenbedingte Kollaps der Finanzmärkte drohte, glaubten große Teile der Linken, es mit einem über weite Strecken deregulierten, neoliberalen und vor allem grenzenlosen „Turbokapitalismus“ zu tun zu haben. Noch heute wird – mit der herrschenden Meinung – mangelnde Kontrolle der Zirkulation als Ursache der Krise behauptet. „Das Casino schließen!“ fordert attac.

Dabei gibt allein die Geschwindigkeit, mit der Phantasien vom Staat als omnipotentem Retter aus der Not des Kapitals aktiviert werden konnten, Aufschluss darüber, dass die Verhältnisse auch zuvor nicht von dessen Abwesenheit geprägt waren. Noch keine 100 Jahre existiert die politische Souveränität der bürgerlichen Gesellschaft in einer Form, die die Ordnung der Gesellschaft einschließt. Die neoliberale Theorie ist das Resultat der Anpassung des Liberalismus an den Autoritären Staat. Wer eine um diesen Aspekt gekürzte neoliberale Theorie zum zentralen politischen Gegner erklärt, verrät, dass die eigene Kritik weniger eine reformistische Beschränkung der Kapitalkritik ist als eine Reaktivierung antiliberaler Affekte.

JustIn Monday ist Publizist aus Hamburg, der u.a. für die Phase2 schreibt. Zuletzt erschien von ihm „Eine innere Angelegenheit. Über den Staat als unreflektierte Voraussetzung ökonomischer Rationalität im 20. Jahrhundert und seine Rolle in der neoliberalen Theorie“ in Exit! 7/2010.

Die zweite Veranstaltung kommt von Stephan Grigat, der am 6.7. mit besonderem Augenmerk auf Ressentiments gegen Spekulanten & Hass auf Israel, das antiemanzipatorische Programm der Antiglobalisierungsbewegung beleuchten wird.

Die Antiglobalisierungsbewegung übt in ihren maßgeblichen Ausprägungen keine Kritik, sondern verleiht ihren Ressentiments gegenüber dem mystifizierten Verwertungsprozess des Kapitals Ausdruck und bringt den Staat als Hüter des Allgemeinwohls gegen die als verwerflich wahrgenommenen Machenschaften der „Spekulanten“, „Bonzen“ und „Heuschrecken“ in Anschlag. Die Ökonomie wird in eine konkretistisch verklärte produktive und eine moralisch zu attackierende spekulative aufgespalten, während sich in der Staatenwelt der Hass der diversen Richtungen der globalisierungskritischen Bewegung wenig überraschend gegen Israel richtet, gegen das man zusehends auf die Kooperation mit islamischen Djihadisten setzt.

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter für Politikwissenschaft an der Universität Wien, Autor von Fetisch und Freiheit. Über die Rezeption der Marxschen Fetischkritik, die Emanzipation von Staat und Kapital und die Kritik des Antisemitismus (ça ira 2007), Herausgeber u.a. von Feindaufklärung und Reeducation. Kritische Theorie gegen Postnazismus und Islamismus (ça ira 2006) und Mitherausgeber u.a. von Iran im Weltsystem. Bündnisse des Regimes und Perspektiven der Freiheitsbewegung (Studienverlag 2010).

Einen besonderen Hinweis wert ist auch ein Vortrag von Gerhard Scheit am 25.5., der über seine Untersuchung des Wahns vom Weltsouverän referieren wird. In seiner 2009 bei ça ira erschienen Studie leistete er eine ausführliche Kritik am Völkerrecht, das nicht wirkliches Recht ist, sondern nur aus Konventionen besteht, da es mit Hobbes und Hegel gesprochen keinen Weltsouverän gibt und nicht geben kann. Er verteidigt stattdessen den westlichen Begriff von Souveränität, hinter den der Wahn beständig zurückfällt, aber leistet dennoch mit ihm die Kritik an den Verhältnissen, die Staat und Souverän erst nötig machen. Mit besonderer Berücksichtigung der aktuellen Ereignisse in Libyen wird er nun auch in seinem Vortrag im Mai die scheinbare Verrechtlichung der internationalen Beziehungen beleuchten.

Die Ringvorlesung findet immer mittwochs, 16.40 Uhr im HSZ-E05 statt.
Weitere Informationen finden sich demnächst auch auf den Seiten des Referats für Politische Bildung. Weitere Infos zu Scheit und Grigat gibt es beim Cafe Critique.



Ringvorlesung Sommersemester 2011

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Veranstaltungsreihe zum 13. Februar http://ahsgdd.blogsport.de/2011/01/12/veranstaltungsreihe-zum-13-februar/ http://ahsgdd.blogsport.de/2011/01/12/veranstaltungsreihe-zum-13-februar/#comments Wed, 12 Jan 2011 22:22:08 +0000 ahsg.dd Allgemein http://ahsgdd.blogsport.de/2011/01/12/veranstaltungsreihe-zum-13-februar/ Das Referat Politische Bildung veranstaltet im Vorfeld des 13. Februar eine kleine Veranstaltungsreihe mit Vorträgen. Diese finden jeweils mittwochs um 17 Uhr im HSZ-E03 statt.

Beginnen wird am 19.1. das Antifa Recherche Team Dresden (ART) mit einem Vortrag über die Bedeutung des 13. Februar aus der Perspektive der Nazis, woraufhin im Anschluss noch jemand von Dresden Nazifrei die Mobilmachung der Massen zur Blockade des Nazi-Aufmarsches vorantreiben wird.

Am 26.1. wird ein Vertreter des Kulturbüro Sachsen über Sinn und (wahrscheinlich mehr noch) Unsinn der Extremismustheorie, die inflationäre Verwendung des Extremismusbegriffs und dessen Funktion zur Diskreditierung unliebsamer Positionen und Immunisierung der Gesellschaft gegen Kritik referieren.

Flyer zur kleinen Veranstaltungsreihe

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