2012 – Neues (und) Altes in der Hauptstadtprovinz

Mit dem neuen Jahr steht wieder mal auch ein neues altes Ritual an, das uns aus dem Winterschlaf weckt: das alljährliche Rumgeopfere von Bürger_innen und Nazis anlässlich des 13. Februars, wenngleich sich immerhin abzeichnet, dass es diesen Februar wohl nur einen Nazi-Aufmarsch geben wird, nämlich den vom „Aktionsbündnis gegen das Vergessen“ organisierten Aufmarsch am 13. Februar – der Großaufmarsch, der bisher (fast) jedes Jahr von der JLO organisiert wurde, wird wahrscheinlich dieses Jahr aus verschiedenen Gründen, die sich hier nachlesen lassen, ausfallen. Das ist schön! Und noch schöner ist, dass es am 18. Februar auch wieder mal eine Antifa-Demo in Dresden geben wird: gegen die sächsische Demokratie und das Extremismus-Konstrukt und andere Unannehmlichkeiten hiesiger Provenienz. Als ein aktuelles Beispiel sei nur der ebenso rumopfernde Innenminister Ulbig genannt, der auf das nicht mehr wegzuleugnende Nazi-Problem zwar auch keine Antworten weiß und daher mal sein Volk fragt, aber sich immerhin sicher ist, dass Antifaschismus nicht die richtige Antwort sei. Aha! Das bestätigt nur: In Sachsen stinkt Deutschland definitiv am scheußlichsten – und das wird am 18.2. zum Thema gemacht!

Trotz alledem oder vielleicht auch gerade deswegen findet am Wochenende des 28./29. Januar ein Kongress zu Zivilem Ungehorsam statt, der v.a. durch seine internationale Perspektive verspricht sehr interessant zu werden – es wird Veranstaltungen zu der Arabischen Revolte geben, aber auch zu den Bedingungen heutigen Protests im Allgemeinen.

Zum Thema Protest: An der TU prozessiert weiterhin der Stillstand, zur Zeit jedoch eher mal wieder in Form von Rückschritten die Lehre betreffend, sowie Versuchen des „Widerstandes“, die dagegen geübt werden, darunter sogar eine Rektoratsbesetzung, womit für Dresdner Verhältnisse eine ungeahnte Dimension erreicht wird. Ändern wird sich aber vermutlich eh nichts, zumindest nichts signifikant wichtiges.
Die „Occupy“-Bewegung übrigens nervt jetzt verstärkt auch in Dresden und immer mehr auch außerhalb der Uni, am 15.1. gab es sogar eine zweite Demo. Die Verhältnisse erzittern!

Abschließend bleibt zu bemerken, dass die in der Dresdner linken/autonomen Szene dringend anstehende Gewaltdiskussion weiterhin verschleppt wird und dass wir die Streitschrift des blogs contre la gravitation unterstützen – und an dieser Stelle weisen wir noch auf die politische Ringvorlesung des nächsten Semesters unter dem Titel „Demokratie und Gewalt“ hin, bei der es auch einen Vortrag zur Kritik der Politischen Gewalt (hoffentlich) geben wird. Dazu werden sich in den nächsten Monaten die entsprechenden Hinweise hier und auf befreundeten Internetseiten finden…

so weit – so durchwachsen.
antifaschismus bleibt auf alle fälle wichtig! also: keep your eyes open!
¡venceremos!


Keine Versöhnung mit Deutschland!