Am 01. Mai marschierten über 350 Nazis durch Freiberg und verbreiteten dabei ihre menschenverachtende Ideologie. Als wäre das nicht Grund genug für eine inhaltliche Auseinandersetzung, sahen Stadt und Bürger_innen vor allem den entstandenen „Imageschaden“ als Problem. Dass Neonaziaufmärsche nur Symptome tiefer liegender gesellschaftlicher Ursachen sind, wurde völlig verkannt.
Dabei sind gerade autoritäres Gedankengut, Anpassungszwang, Rassismus, Antisemitismus und der positive Bezug auf die Nation in den Köpfen der meisten Menschen allgegenwärtig und liefern Anknüpfungspunkte und Nährboden für Nazis und ihre Ideologie. In Freiberg stellt vor allem der Laden „Waffen Army Shoes“ ein aktuelles Problem dar. Offen werden dort seit Jahren rechte Propagandaartikel und vor allem Kleidung der Marke „Thor Steinar“ verkauft – ein breiter Protest blieb bis heute aus. Das alles muss als Problem wahrgenommen werden. Für die Veränderung der gesellschaftlichen Zustände braucht es aber eine Veränderung im Bewusstsein – „progress in minds“ sozusagen. Kritik muss sich daher sowohl gegen die Ideologie der Nazis als auch die der bürgerlichen Gesellschaft, die Nationalismus, Antisemitismus und dergleichen mehr immer wieder aufs neue reproduziert.
Auf geht’s also am 20.6. um 13 Uhr zur Antifa-Demo in Freiberg. Treff ist am Bahnhof mit anschließender Party-Kundgebung auf dem Schlossplatz!
Ein Zugtreffpunkt für Dresden wird noch bekanntgegeben. Haltet euch auf dem Laufenden.
Am 18.6. wird es beim Antifa-TEEmen-Cafe im AZ Conni eine Informationsveranstaltung geben. Diese findet nach dem Vortrag von Karl Pfeiffer zur politischen Situation in Ungarn statt.
Den vollständigen Aufruf sowie Plakat und Web-Banner findet ihr hier

