Fraktionsvorsitzender der Linkspartei.PDS im sächsischen Landtag Prof. Dr. Peter Porsch hält Vortrag bei der rechten „Aachen Dresdner Burschenschaft Cheruscia“

Am morgigen Donnerstag, 27. Oktober 2005 wird Prof. Dr. Peter Porsch im Cherusciahaus zum Thema „Linke, Heimat, Vaterland“ referieren.

Dazu erklärt die Antifa-Pressesprecherin Klara Stein: „Die Burschenschaft Cheruscia Dresden ist unzweifelhaft sowohl inhaltlich als auch personell als rechts einzustufen.“

Bereits in der Vergangenheit veranstaltete sie Vorträge mit rechts-konservativen und neofaschistischen Inhalten.
Noch im letzten Jahr kam es zu massiven antifaschistischen Protesten als Ex-General R. Günzel zum Thema „Das Ethos des Offizierskorps am Beispiel der Affäre Hohmann/Günzel“ sprach. Kurz nachdem er aus der Bundeswehr entlassen wurde, weil er einen Unterstützerbrief für Martin Hohmanns antisemitische Rede vom 3. Oktober 2003 verfasst hatte, bot ihm die Cheruscia in ihrem Haus ein Podium.

Nur zwei Wochen nach Prof. Dr. Peter Porsch wird Dr. Hans Meiser unter dem Titel „Das Tribunal – Die Nürnberger Prozesse“ sprechen. Das von ihm im Grabert-Verlag erschienene Buch trägt allerdings den Titel „Das Tribunal – Der größte Justizskandal der Weltgeschichte“. Laut Informationsdienst gegen Rechtsextremismus (IdgR) gilt der Grabert Verlag „als Standard-Verlag der Holocaustleugner und derer, die die Geschichte der NS-Zeit umschreiben möchten. Bei Grabert erschienen Bücher wie der „Auschwitz-Mythos“.

Nicht nur diverse Referenten der Cheruscia sind dem rechten Lager zuzuordnen, sondern auch einige ihrer Mitglieder. So waren während ihres Studiums sowohl der Neonazi Alexander Kleber, jahrelang Anmelder des Aufmarsches der Jungen Landsmannschaft Ostpreussen zum 13. Februar in Dresden, als auch der Pressesprecher der NPD-Landtagsfraktion, Holger Szymanski, aktive Burschenschafter.

Das Auftreten Prof. Dr. Peter Porschs vor der rechten Burschenschaft Cheruscia ist kein Einzelfall. Der Landtagsabgeordnete Heiko Kosel war schon 2003 nach seinem Auftritt bei der Burschenschaft der Meinung „PDS-Politik muß, überall, wo es möglich und vertretbar ist, vertreten werden“.

Weiter Klara Stein: „Da beide Auftritte mit der Landtagsfraktion der Linkspartei.PDS abgestimmt wurden, müssen sich alle Abgeordnete fragen lassen, ob ihre Politik an Orten rechter Elitenbildung vertreten werden kann. Wir fordern Prof. Dr. Peter Porsch und die Abgeordneten auf, den Auftritt abzusagen!“

Kein Dialog mit rechten Eliten!

Pressemitteilung der Antifa-Hochschulgruppe Dresden und des Antifa Recherche Team Dresden (ART DD) vom 26.10.2005

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